Gerade habe ich mich auf Onlyfans registiert, war froh, darin endlich eine Plattform gefunden zu haben, auf der man mehr als Kindergeburtstage und Katzenfotos zeigen darf, ohne gleich sanktioniert zu werden.

Doch OF hat nun seine Nutzungsbedingungen verschĂ€rft. Ab 01. Oktober wird es verboten sein, “explizit sexuelles Verhalten” zu zeigen. OF reiht sich damit ein in die Tradition all jener Plattformen, die anfĂ€nglich mit explizitem Content locken, vorgeblich Se*worker nicht diskriminieren, aber dann, sobald die Reichweite groß genug ist, ebendiesen Content verbieten und Se*worker sukzessive ausschließen. Obwohl genau dieser Content ursprĂŒnglich zur Reichweite der Plattform beigetragen hat. Das ist ein Kniefall vor den Investoren vor dem Feigenblatt der “Sicherheit”.

So wird es auf OF also vermutlich weitergehen wie auf Facebook. Ein kleines bisschen zu “nackt”, ein bisschen zu zweideutige Sprache dazu, und schon wird man gesperrt. Es wird dadurch ein Klima erzeugt, dass man sich nie sicher sein kann, denn schlussendlich kann schlicht alles zweideutig interpretiert werden, vor allem wenn es aus dem Mund einer SW kommt. Auf Facebook wird mir mittlerweile wegen jedem lĂ€cherlichen Schas das Profil gesperrt, etwa wenn ich “auf dem Höhepunkt Wiens” schreibe – schon zu schlimm, diese Anspielung. Man befindet sich auf feindlichem Terrain, das wird einem auf Schritt und Tritt demonstriert. Und das, obwohl man im Falle von Onlyfans nicht zu knapp Kohle ablegt. 20% der lukrierten EinkĂŒnfte behĂ€lt die Plattform ein.

Die willkĂŒrliche Zensur ist ein Angriff auf die Existenz von Se*workern, da wir im Prinzip nirgends mehr gefahrlos werben können. Unter dem Vorwand von “Sicherheit”. Man muss wohl anerkennen: Wir sind unerwĂŒnscht auf diesen Plattformen. Was fĂŒr uns ĂŒbrigbleibt sind einige schmierige Inseratenseiten, die uns Tausende von Euro kosten (BS: 270 pro Woche, KB 300 pro Monat) und sich in unsere Arbeit einmischen wie ZuhĂ€lter. Da wird vorgeschrieben, was man anzubieten hat, was man nicht anbieten darf, und sogar, dass man Anfragen von Kunden, seien sie auch noch so ĂŒbergriffig und unhöflich, gefĂ€lligst zu beantworten hat. Mir persönlich auf BS so passiert.

FĂŒr die Fans und Follower kann ich zumindest fĂŒr meinen persönlichen Fall ein bisschen trösten: Ab 01.09. geht Thorja Incognita online. Das ist der Membersbereich hier auf meiner Website, in dem ich explizite Einblicke in mein Escort- und Privatleben zeigen werde. In Form eines Blogs und Vlogs, und als Foto- und Videogalerie zum Einzelkauf oder als gĂŒnstiges Abo fĂŒr unterschiedliche ZeitrĂ€ume, um am Puls meines Escortlebens zu bleiben. Dabei wird es zuweilen auch ziemlich pornös werden. Das wĂ€re eigentlich als zweite Schiene neben und unabhĂ€ngig von Onlyfans gesplant gewesen. Dass es nun so schnell als einzige Alternative notwendig wird, hĂ€tte ich nicht gedacht. Und so habe ich nun auch unser offizielles Startdatum verraten. 🙂

Und wieder wird sichtbar: Sich unabhĂ€ngig zu machen von Fremdbestimmung ist im Großen wie im Kleinen vor allem fĂŒr Se*worker eine Überlebensbedingung, da uns sonst ĂŒberall unter dem Vorwand der Sicherheit das Arbeiten verunmöglicht wird. Darin einrichten können sich nur die Etablierten, zu denen ich sicher auch zĂ€hle, die etwa eine eigene teure Website mit Membersbereich betreiben können, die sich das Ausweichen auf selbstbestimmtes Terrain leisten können. Alle anderen geraten durch dieses feindliche Klima immer weiter in AbhĂ€ngigkeit von Leuten, die ihne Vorschriften ĂŒber die Ausgestaltung ihrer Arbeit machen und sie ausbeuten. Ob das schlussendlich das intendierte Ziel ist, sei dahingestellt.

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