Der jährliche Pflichttermin rückt näher!

Die deutschen KollegInnen rufen SexworkerInnen aus aller Welt zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung nach Berlin. Es gibt interessante Workshops, eine Sexwork-Messe, ein Barcamp und natürlich wieder eine Party. Und es gibt wieder Trost, für alle die nicht dabei sein können:

Ich werde wieder live vom Hurenkongress tickern und meine inhaltlichen Erkenntnisse hier in meinem Blog posten. Sei dabei, wenn du nichts verpassen willst! Ich freu mich auch über Reisebegleitung (Achtung: Sexworker only!), Ideen für einzureichende Workshops und aufs Fortgehen in Berlin.

Gibt es etwas, was du den Berliner KollegInnen unbedingt sagen willst, soll ich etwas für dich in Berlin einbringen? Möglicherweise interessiert dich ein bestimmtes Thema aus den Workshops besonders? Gib mir einen Rechercheauftrag!

7 Kommentare
  1. Martin
    Martin sagte:

    Rechercheauftrag:
    Mich interessiert, ob es in Deutschland schon Bestrebungen / Ansätze gibt, ein Berufsbild für Sexarbeit zu erstellen.
    Wenn ja, dann wäre ich an Vernetzung interessiert.

  2. Thorja von Thardor
    Thorja von Thardor sagte:

    Gute Frage…
    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Berufsbild im Sinne einer „Stellenbeschreibung“ der radikalen Offenheit von Sexarbeit widerspricht. Jede/r Sexarbeiter*In entscheidet ja selbst, worin für ihn/sie Sexarbeit besteht, wie die Herangehensweise daran bzw Haltung dazu ist usw. Wir unterscheiden uns da ja sehr, und das ist gut so. Könnte ein wie auch immer gedachtes Berufsbild der individuellen Unabhängigkeit und Freiheit zuwiderlaufen? Wenn jemand anders handelt als das Berufsbild vorgibt – was dann? Oder wäre es ein Beitrag zur Entstigmatisierung, der indirekt wiederum Freiheit/Unabhängigkeit fördert? Interessante Fragen jedenfalls und danke für den Denkanstoß!
    (Bei evtl weiteren Beiträgen bitte nicht auf „antworten“ klicken, sondern einfach neu kommentieren, sonst wird die Textspalte mit jeder Antwort immer kleiner…Das müssen wir noch anders lösen. 🙂 )

  3. Martin
    Martin sagte:

    Ein Berufsbild ist das Gegenteil einer konkreten „Stellenbeschreibung“. Es ist eine allgemeine Beschreibung des Berufs, beleuchtet die wesentlichen Aspekte, beschreibt den Beruf objektiv und umfasst u.A.:
    * Aufgaben und Tätigkeiten
    * erforderliche Qualifikationen und Erfahrungen
    * Genutzte Arbeitsverfahren und -techniken
    * Anforderungen
    * Formen der Berufsausübung
    * Berufsperspektiven / „Chancen, Risken“
    * Hinweis auf gesetzliche Regelungen
    * …

    In der Öffentlichkeit wird Sexarbeit derzeit als „irgendwas“ wahrgenommen, aber jedenfalls nicht als Beruf. Bestenfalls wird sie als „Job“ gesehen, der an die Ausübenden kaum Ansprüche hinsichtlich Kompetenz und Qualifikation stellt.
    Ich glaube, dass sich dieses Bild von Sexarbeit ändern sollte, wobei ein Verständnis von Sexarbeit als tatsächlicher Beruf ein Beitrag zur Entstigmatisierung sein kann.
    … und um Sexarbeit als Beruf zu verstehen und beschreiben, braucht es halt auch ein Berufsbild. 🙂

  4. Stephan
    Stephan sagte:

    Jetzt muss ich einfach… Das ist mein erster „Kommentar“ auf einer Webpräsenz seit JAHREN.
    Ich habe mich tief drinnen immer ein bisschen oder mehr geschämt für den „Konsum“ sexueller Dienstleistungen und offen gesagt ziehe ich diesbzgl. nachwievor vielleicht scheinheilige Grenzen z.B. bezüglich des Alters (ich hoffe, ich könnte mir an der Stelle die Erklärung, dass es da NICHT um Minderjährigkeit geht, selbstverständlich auch ersparen).
    Long-story-short ist das ganze Thema ein bissi komplexer als z.B. der Beruf eines Fliesenlegers, eines Primarius am AKH Wien oder Ähnliches.
    Ich mag aber derart vielschichtige und schwer fassbare Themen. Speziell, wenn es dann – so empfinde ich es zumindest – schon sehr intime Bereiche in ein Selbstverständnis einführt.
    Was ich beruflich mache, ist jedenfalls viel langweiliger und ziemlich sicher auch schlechter dotiert. Wenn mir noch die gesellschaftliche Anerkennung was wert wäre, dann sähe es wieder anders aus. Euer Hofrat Prof. Dr Stephan, MSc, MAS, MBA LLM und so.

  5. absolut
    absolut sagte:

    thorja, guten abend.
    es geht um das berufsbild sexarbeit.
    nun, da der staat von den sex damen steuern einhebt, solltet ihr laut gewerberecht beantragen auch über die öffentlichkeit und medien, lehrlinge auszubilden. sollte dies bewilligt werden, ist somit automatisch ein öffentlich rechtliches gewerbe entstanden. einfach einen antrag stellen.
    da ich selbst einige beziehungen mit damen aus dem sexgewerbe hatte, kenne ich deine berufung sehr gut.

    lg. chris

  6. Thorja von Thardor
    Thorja von Thardor sagte:

    In der Sexarbeit darf es keine Weisungen geben. Es darf in der Sexarbeit niemandem angeschafft werden, was er/Sie zu tun oder zu lassen hat. Das wäre Zuhälterei. Daher sind Anstellungen verboten. Das ist aus meiner Sicht gut so. Wir sind in Österreich als Neue Selbständige recht gut aufgestellt. Wissensvermittlung, Professionalisierung sollte jedoch möglich sein, ohne mit dem Par 215 StGB (Verbot der Förderung von Prostitution) in Konflikt zu geraten.

  7. Thorja von Thardor
    Thorja von Thardor sagte:

    Sehr geehrter Herr Professor Stephan!
    Ich gebe Ihnen darin recht, dass man sich von der gesellschaftlichen Anerkennung ein Stück weit unabhängig machen sollte, will man in der Sexarbeit langfristig erfolgreich sein. Schafft man dies, wird man am Ende eine sehr freie, Persönlichkeit sein eigen nennen, die von den Wertmaßstäben anderer sehr unabhängig ist und sich am subversiven Element der Sexarbeit erfreuen kann. Das gilt im übrigen für Angebots- und Nachfrageseite gleichermaßen. Fad wird uns tatsächlich nie – ein Definitionskriterium jeder Care Work, zu denen die Sexarbeit gehört. Supervision wäre halt manchmal wünschenswert, wenn man eine Ausbildung in diese Richtung nicht schon von selbst mitbringt, wie ich das glücklicherweise von mir behaupten kann.
    Ich kann daher nur an Sie appellieren: Vergessen Sie Konventionen, vergessen Sie Scham für den Konsum maximal selbstbestimmter Sexdienstleistungen, leben Sie die Freiheit Ihrer Sexualität, seien Sie Freier! Wie Sie an meinem Angebot unschwer erkennen, bin ich über Scheinheiligkeiten bezüglich Minderjährigkeit zum Glück schon ein Weilchen erhaben. In diesem Sinne: Der Zeit ihre Lust, der Lust ihre Freiheit! :))

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.