Auf vielen Webseiten und in fast allen Inseraten findet man sie. In vielen Anfragen werden sie gefordert: Service- und Tabulisten. Manch einer mag meine Webseite durchstöbert haben und sich fragen, ob ich sie wohl vergessen habe, doch da kann ich beruhigen: Ich hab sie nicht vergessen, sondern mich ganz bewusst dagegen entschieden. Es ist nunmal so, dass man die Frage danach, welche Dinge man mit mir ganz konkret erleben kann und was ich ausschließe, nicht anhand einer Liste beantworten kann.

Grundsätzlich nenne ich ein sehr vielfältiges Repertoire an sexuellen Vorlieben/Praktiken/Techniken mein Eigen. Ich bin selber sehr experimentierfreudig und überaus aufgeschlossen. Genussbegeistert sowieso. Es wäre jedoch unseriös, bestimmte Durchführungsdetails grundsätzlich zu versprechen, denn nicht mit allen Menschen ist unhinterfragt alles umsetzbar. Es kommt daher immer auf die Situation, auf das Gegenüber und auf die Stimmung an, welche Details zwischen meinen Kunden und mir verwirklicht werden.

In manchen Situationen oder mit manchen Menschen ist zärtliches Schmusen gefragt, von anderen Männern möchte ich es richtig hart haben, was ich wiederum bei dem einen oder anderen ausschließen muss, je nachdem, wie die Gegebenheiten sind. Kein Mensch kann versprechen, dies oder jenes zu tun, da es immer Situationen geben kann, die im Vorfeld nicht absehbar sind und die die Umsetzung einer Praktik unmöglich machen. Das Date kann aber trotzdem sehr gut sein.

Ein kleines Beispiel: Zungenküsse. Ja, sie gehören auch für mich zu einem vollständigen sexuellen Erlebnis dazu. Eigentlich. Das würde ich grundsätzlich bejahen, ich kann es aber trotzdem nicht ohne Ansehen der Person von vornherein zusagen. Und das muss gar nicht bedeuten, dass Kunden ungepflegt sind (das sind meine Kunden im übrigen ohnehin nie), aber es gibt beispielsweise bestimmte Hauterscheinungen oder HNO-Phänomene, die intensive Küsse ausschließen. Und für diesen Moment möchte ich mich nicht durch ein von mir unreflektiert getätigtes Versprechen dazu verpflichtet haben.

Ähnliches gilt für den umgekehrten Fall, Tabus: Immer wieder werde ich gefragt, was ich NICHT mache. Was die Interessenten in Wahrheit interessiert, ist natürlich nicht, was ich nicht mache – denn das könnten sie ja nicht mit mir umsetzen – sondern sie wollen wissen, was alles geht, und erhoffen sich, dass ich in einer kurzen Tabuliste eine von ihnen gewünschte Praktik NICHT erwähne. Das kann in der Praxis jedoch dazu führen, dass Interessenten enttäuscht sind, weil sie dann meinen, sie hätten nun quasi ein Recht auf die Durchführung von Praktiken, die in der Tabuliste nicht erwähnt sind. Die sind aber unter Umständen nur deshalb nicht in der Tabuliste erwähnt, weil sie für mich so abwegig sind, dass sie mir nicht einmal einfallen. Wie etwa Sex ohne Kondom. Darüber hinaus muss man immer davon ausgehen, dass die menschliche Phantasie und mit ihr einhergehend sexuelle Wünsche unendlich sind. Daher kann eine Tabuliste immer nur unvollständig sein.

Neuinteressenten tun mir also einen großen Gefallen, wenn sie mich nicht nach Service- und Tabulisten fragen, sondern mir einfach schildern, was sie am liebsten erleben möchten. Das ist doch am einfachsten für uns alle! Ich melde dann sehr gerne zurück, ob wir das umsetzen können. Ich wage mich dabei auch durchaus mal auf für mich neues Terrain. 😊

8 Kommentare
  1. pitsch
    pitsch sagte:

    Deine Argumente sind alle stichhaltig und von deiner Seite aus auch total verständlich! Von meiner Seite aus kann ich nur sagen: vielleicht hätten wir uns nie kennengelernt wenn du nicht eine Liste auf der Seite deines Angebotes gehabt hättest!
    Meine Wünsche und Vorlieben sollten weitestgehend schon aus dem Vorstellungstext einer Escort-Dame hervorgehen! Wenn dies nicht der Fall ist schreibe ich diese nicht an! Ausnahme ist lediglich eine Empfehlung einer anderen Dame (kommt eher selten vor)!
    Wobei hier auf deiner Homepage in deinem Blog stehen sowieso einige für dich wichtige oder eben unter Umständen akzeptierte Services! Ich bin nur eher Lesefaul oder habe zu wenig Zeit dazu! — eine Liste ist da eher von Vorteil 🙂
    Dieser Beitrag ist meine persönliche Meinung und Erfahrung der letzten Jahre!

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    • Thorja von Thardor
      Thorja von Thardor sagte:

      Kann ich gut verstehen. Es gibt bei allen Entscheidungen Kollateralschäden. 😉 Andere wiederum fühlen sich von Servicelisten eher abgeschreckt, weil für sie das ganzheitliche, nicht auf technische Umsetzungsdetails reduzierte Erlebnis im Vordergrund steht. Ähnlich ticke ich auch.
      Servicelisten haben auch den Nachteil, dass sie Interessenten anziehen, die es wirklich nur auf Technik X oder Y abgesehen haben. Das fühlt sich dann sehr technisch an und ist, zumindest für mich, relativ äh… „reduziert“.

      Jaaa natürlich blase ich gerne! Ich liebe es, einen schönen Schwanz mit Mund, Zunge, Rachen zu verwöhnen, bei guter Stimmung bis inkl Deepthroat. Ob es allerdings ohne Gummi geht, ist schon wieder eine andere Frage, hängt von Duft und Geschmack ab, den ich in der näheren Umgebung des männlichen Gemächts wahrnehme. Und vom Eindruck, den ich von der Haut habe. Davon ist in weiterer Folge auch MV abhängig.

      Analverkehr ist auch so ein Thema. Das ist noch abhängiger von Gegebenheiten. Mein Popsch ist eine Diva. Geht man zart, langsam und gut geschmiert mit ihm um, kann er mir große Lust bereiten. Bei einer falschen Bewegung ist es aber sofort vorbei und es bereitet mir nur noch Schmerzen. Und auch so Sachen wie… wie sagt man das möglichst gepflegt… Ich nenn es mal: aktueller Verdauungszustand 😉 spielen da eine Rolle. Ist also völlig unmöglich, als Standardangebot zu versprechen.

      Einmal, als ich noch Servicelisten führte, hatte ich einen Kunden, der hatte neben dem Bett den Laptop mit meinem Inserat inkl Liste stehen und wollte dann der Reihe nach alle Services der Liste abarbeiten! :)) Unerotischer geht’s ja wohl kaum.

      Also für mich hat es mehr Vorteile, keine derartigen Listen zu führen. Ich denke, wer mich kennt, weiß, dass ich trotzdem recht vielseitig bin. 🙂

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  2. pitsch
    pitsch sagte:

    Verstehe jetzt zwar nicht was das vorhandensein einer Serviceliste für einen Einfluss auf ein tolles gemeinsames ganzheitliches Erlebnis haben soll, ich bin aber von meiner Grundeinstellung her wohl anders als die in deinen Beispielen zitierten Personen! Deine Beispiele lassen mich immer leicht schmunzeln da sie so unlogisch und irreal für mich sind, selbstverständlich glaub ich dir aber!

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    • Thorja von Thardor
      Thorja von Thardor sagte:

      Öhm…ok nochmal und von Grund auf:
      Das Vorhandensein einer Serviceliste hat keinen Einfluss auf ein ganzheitliches Erlebnis, wenn der Interessent von sich aus ein solches anstrebt UND er sich vom Vorhandensein der Serviceliste nicht negativ beeinflussen LÄSST. So wie das bei dir der Fall ist. Andere aber empfinden das als Reduktion der Begegnung auf ebendiese Services. Die suchen ein ganzheitliches Erlebnis, blättern das Angebot durch, und denken sich angesichts der Serviceliste „igitt, das und das macht die auch?! Nein, ist doch nix für mich. Außerdem will ich sie wie meine Freundin genießen und will nicht lauter Einzelpraktiken bestellen müssen“.

      Dass man als Sexworker ein größeres Repertoire an Praktiken bietet, ist ja irgendwie klar, besonders wenn man nun doch schon einigermaßen einen Ruf hat. Man sollte aber nicht von vornherein jedem alles auf die Nase binden.

      Die Beispiele sind für dich vielleicht unlogisch und irreal, sie zeigen aber, dass in der Arbeit mit Menschen alle denk- und undenkbaren Eventualitäten auftreten können. Diese muss man halt ein Stück weit managen, sie ein wenig kanalisieren, in Richtungen lenken, die einem selber gutes Arbeiten ermöglichen. Dass es dabei zu Unschärfen kommt, ist zwingend notwendig. Das meinte ich mit Kollateralschäden. Die Richtung, in die ich meine Arbeit durch Weglassen von Listen lenke, ermöglicht mir trotz sicher vereinzelt stattfindender Alternativentscheidungen durch Interessenten insgesamt entspannteres und schöneres Arbeiten, als wenn ich mich dauernd mit technikreduzierten Einzelserviceanfragen herumschlagen müsste.

      Tja, und dass du mir meine Schilderungen auch glaubst, ist irgendwie mal grundsätzliche Kommunikationsbedingung, oder?

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      • pitsch
        pitsch sagte:

        Genauso hab ich es geschrieben und nicht anders! Aber gut für andere das Du es nochmals präzesierst!
        Das ich dir glaube hab ich nur geschrieben damit hier nichts falsches interpretiert wird!

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