Direkt am Puls

Tagebuch der Unzucht

04.06.2020 Wichtige Ankündigung

„Heimat Fremde Heimat“ über Polizeigewalt und selbstbestimmte Sexarbeit am Sonntag, 07. Juni um 13:30 Uhr auf ORF2.

„In Österreich ist die Prostitution zwar legal und die Menschen verdienen damit als „Neue Selbstständige“ ihr Einkommen, doch stehen Sexarbeiter/innen nach wie vor am Rande der Gesellschaft und müssen mit dem Stigma leben. Besonders deutlich wird das durch die Coronakrise, denn derzeit ist es nicht möglich, arbeiten zu gehen und so stehen viele Sexarbeiter/innen vor dem Nichts. Ajda Sticker hat Menschen getroffen, die selbstbestimmt ihrer Arbeit nachgehen und eine Verbesserung ihrer Situation fordern.“

Christian Knappik und ich haben hier versucht, unsere Position einzubringen. #switchon #staytuned

Hier gehts zur Presseaussendung.

Als kleine Einstimmung und weil den Deckel viele fälschlicherweise für eine Art Qualitätssiegel halten, hier noch mal meine Erfahrungen am einzigen Ort dieser Welt, an dem ich mich so richtig scheiße fühle: Die amtliche Hurenkartei.

30.05.2020 Netzfund

Ende Mai! Wieder ein Monat vorbei! Noch nie zuvor habe ich mich im Frühling so darüber gefreut, dass die Zeit vergeht. Jeder Tag, der uns einem normalen, freien Leben wieder ein Stück näher bringt, ist zu begrüßen. Ich frage mich, wie wir uns später mal an diese seltsame Zeit erinnern werden. Was mich derzeit nachhaltig beeindruckt, ist die Tatsache, dass man sich in diesen Tagen sogar für Dinge rechtfertigen soll, die nie verboten waren, oder die uns die Menschenrechte garantieren. Das derzeitige Klima fördert Hater und Neider, die uns die Freiheit nicht gönnen. Denen wollen wir doch heute mal was zeigen, was sie niiiie bekommen werden… diesen „Netzfund“ zum Beispiel. Das war eigentlich als Experiment geplant, wie nahe man sich selbst mit der Handykamera kommen kann, ohne dass es aussieht, als würde man schielen. Wie ihr seht, ist es nicht ganz geglückt. Ich müsste durch das Handy durchschauen, um nicht zu schielen. Aber dann wäre ja die Aufnahme im Blindflug. Ein unlösbares Dilemma! Aber seht selbst: Bitte volle Aufmerksamkeit auf meine AAAUUUGEN. 😀

Bitte auch den neuen Blog berücksichtigen und als Fernseh-Termin den 7. Juni (Heimat Fremde Heimat) vormerken!

25.05.2020 Gleitsicht statt -mittel

Ja, es ist an der Zeit, mir und anderen meine Schasaugigkeit einzugestehen. Seit fast einem Jahr liegt die teure Gleitsichtbrille zuhause herum. Je nach Tagesverfassung empfinde ich sie als Erleichterung, oder aber auch als schlimme Behinderung, die mir nur noch einen scharfgestellten Tunnelblick erlaubt und an der Peripherie unscharf ist.

In letzter Zeit hab ich sie wieder öfter getragen, und eigentlich ist sie ja auch recht kleidsam. Der große Vorteil: Ich kann dich damit wieder aus der Nähe sehen! 🙂

23.05.2020 Die Droge ROT

Ich hab es versprochen – es dauert nicht wieder so lange wie letztes Mal! Für diejenigen unter euch, die es noch nicht wissen: Ich beschäftige mich im bürgerlichen Leben jetzt wieder wissenschaftlich mit den Phänomenen Sucht und Abhängigkeit. Heute wollen wir uns daher eingehend mit der Droge Rot beschäftigen. Betörend und umnachtend dringt Rot ins Bewusstsein. Im Vergleich zu den anderen Farben hat Rot ein ungleich größeres Wirkungsspektrum. Keine andere Farbe kann so sehr erschrecken, wie des Blutes. Keine andere Farbe macht uns aber auch so selig zufrieden, wie die des tiefroten Sonnenuntergangs, wenn ein spannender Tag sich dem Ende zuneigt. Und du mich schon in deinem Hotelzimmer erwartest. In welchem ich mich in Kürze in einem roten Kleid räkeln werde. Wir werden dann gemeinsam erforschen, welche Wirkung diese Farbe auf dich hat, wenn ich darin gekleidet bin. 😛

21.05.2020 Am Donaugestade

Ich kann es kaum fassen – hab ich dieses Tagebuch nun wirklich fast ein Monat vernachlässigt? Sieht so aus. Tja, es waren einige andere Dinge im Vordergrund. So etwa eine berufliche Neuorientierung und eine Wiederaufnahme eines akademischen Fadens, den ich vorübergehend fallengelassen hatte. Trotz dieser Ambitionen würde ich mein liebstes Laster, für welches ich diese Website betreibe, niemals aufgeben. MIR nimmt das niemand weg. Auch nicht jene unselige Allianz aus verschrobenen Kirchenkreuzzüglern und sexfeindlichen Feministinnen, die die Coronazeit nun auch in Österreich als willkommene Gelegenheit betrachten, für ihre Agenda Fahrt aufzunehmen und ein generelles Sexkaufverbot fordern. Hierzu folgt in Kürze ein ausführliches Statement im Blog.

Vorher muss ich euch aber noch mitteilen, was sich kürzlich am Gestade der Donau bei Fischamend abgespielt hat, als ich dort nichtsahnend laufen war:

Also eins muss ich schon sagen: Seit dem Lockdown bin ich fit wie ein Turnschuh, da ich seither fast täglich laufe, habe 6kg abgenommen (juhuuu!) und passe wieder in meine alte Trainingshose, ohne dass der Hüftspeck überquillt. Die Interessenten für Speck müssen jetzt wieder bis Weihnachten warten. 😛 Obenrum wird zum Glück nichts weniger, da.. naja, dieser Bereich aus äh artifiziellen Gründen gegen Gewichtsschwankungen resistent ist.

Aber das nur am Rande. Jedenfalls, als ich da so dahinlauf, versperrt mir plötzlich dieses seltsame Wesen den Weg:

Mein erster Gedanke war: Naja, man kann es mit der Maske aber auch übertreiben. Doch das Wesen erwies sich trotz seines furchterregenden Aussehens als überaus zutraulich und ließ sich sogar streicheln. Nachdem wir uns ein bisschen kennengelernt hatten, erlaubte es mir, an seinem großen Rohr herumzuspielen und abzudrücken. So ist dieses Bild entstanden! Und dann lud es mich sogar zum Essen ein. Hierzu zog ich mich aber vorher mal um. Denn wenn so ein Gentleman, der mich sogar an sein wertvollstes 4kg-Gerät ranlässt, mich zum Essen einlädt, kann ich ja nicht in der Trainingshose erscheinen. Geschmolzener Hüftspeck hin oder her. Also warf ich mich in ein Kleidchen, welches meine neuen Hüftproportionen auf ganz andere Weise in Szene setzte:

Und dann konnte es auch schon losgehen! Das Wesen breitete mir eine Decke aus und kredenzte mir sogleich eine meiner Lieblingsspeisen. Dem Gaumengenuss sollte nun nichts mehr im Wege stehen:

Noch ein wenig händisch nachhelfen, Häute zurückziehen, schälen, und schon ergoss sich der Inhalt des ersten Eies genussvoll in meinen Mund:

Auch das zweite Ei saugte ich restlos aus. Herrlich, wenn sie nicht ganz hart sind!

Frisch gestärkt stolzierte ich dann wieder leichtfüßig auf meinen High Heels über die Steine. Einmal musste ich mich dann aber schon noch ausruhen:

Mein leicht unentspannter Gesichtsausdruck rührt nicht nur daher, dass sich hier gerade ein Stein in meinen Arsch bohrt und ich mir nichts anmerken lassen wollte, sondern auch daher, dass ich irgendwas ins Auge bekommen hatte. Make-Up tschüss – wer braucht schon so was:

Jetzt war es aber endgültig an der Zeit, diese scheiß Dinger, mit denen ich ohnehin nicht gehen konnte, auszuziehen:

Alles in allem war das aber trotz Arschsteinen usw. wirklich ein toller Tag an der Donau! Ich danke dem freundlichen Schnorchelwesen für die schöne Zeit! Was die kulinarischen Umtriebe betrifft, möchte ich darauf hinweisen, dass diese keinerlei Anspielung darstellen! Ich würde nämlich nie etwas ohne Frischhaltefolie aussaugen! 🙂

So, das nächste Posting wird nun nicht wieder ein Monat auf sich warten lassen. Nachdem ich mich ja jetzt mit all meinen Aktivitäten wieder konsolidiert habe, hab ich wieder mehr Zeit für ein paar unzüchtige Fotos und Videos. Da ist auch schon was in der Pipeline… da wird sich etwas in einem NETZ winden. Und es wird kein Fisch am End sein… #staytuned

26.04.2020 Wichs-Deluxe und good News!

Ihr Lieben! Bevor ich euch heute eine meiner Lieblings-Verwöhntechniken präsentiere, ist es mir eine große Freude, euch mitzuteilen, dass ab sofort Buchungen für die Zeit ab 1. Mai möglich sind. Hier geht´s zur Info und Buchung.

Und jetzt aber zum Luxus-Verwöhnprogramm: Die Lingam-Massage – mein persönlicher Favorit. Ich liebe alles, was langsam ist, was entschleunigt, was ablenkt von so profanen Gedanken wie „Performance“ oder „Leistung“. Bei der Lingam-Massage darf sich der Mann mal ganz passiv zurücklehnen und der Einladung meiner Hände folgen, einfach nur in der Erregung zu schweben. Man kommt bei der Lingam-Massage gemeinsam in einen Flow des Tuns und Spürens, der auch für mich, als Ausführende, etwas zutiefst Meditatives hat:

22.04.2020 Strümpfe, Schuhe, Beine, Nähte…

Heute habe ich mal etwas für den Liebhaber von schönen, seidigen Strümpfen, Strapsen, Schuhen und Beinen. Was gibt es Verführerisches als dieses Rascheln, wenn bestrumpfte Beine sich langsam aneinander entlangbewegen und überschlagen? Wie ein geflüstertes Versprechen. Leise, verheißungsvoll, verschwörerisch.

Dies live zu sehen… direkt vor dir… wäre das nicht eine Sünde wert? Und das Beste daran ist: Man hat unter Einhaltung von 1-2 Metern Abstand sogar eine bessere Aussicht, als aus größerer Nähe!

19.04.2020 Unerwarteter Besuch

Da will man mal wieder ein nettes Video machen, da wartet man eh schon, bis alle schlafen, und dann das! Stiehlt sich da doch jemand auf leisen Sohlen zu mir herein und stiehlt mir die Show! Frechheit. Aber irgendwie kann man da nicht böse sein, oder?

Ihr sehr hier den ungefähr 9. Take, als ich endlich wusste, welchen Ablauf die Sequenz haben sollte. Demnächst kommt dann hoffentlich die Version, die es ursprünglich hätte werden sollen. 🙂

16.04.2020 Fernauslöser

Heute mal ein Schnappschuss von mir. Der ist mir aber wirklich ganz gut gelungen, oder? Mein Haus- und Hof-Knipser Phorus befürchtet schon, ich gehe meine fotografischen Wege nun ganz ohne ihn. Aber wie könnte ich Herrn Maestro untreu werden… bin doch eine durch und durch treue Seele!

Was ich da so zwischen meinen Beinen verstecke, ist der Fernauslöser fürs Handy. Ja, sowas gibts! War beim Handystativ dabei. Der verbindet sich über Bluetooth mit dem Handy und dann kann man geheim abdrücken. 🙂 Vorhin hatte ich noch fälschlichweise geschrieben „Selbstauslöser“. Aber das ist ja was anderes. Das kommt wahrscheinlich davon, dass ich derzeit selber ein Selbstauslöser bin. Nur ich selbst kann zur Zeit mir einen Orgasmus auslösen. Ich will aber jetzt bald wieder jemanden, der mir ganz nah ist, ohne „distancing“, und mich durch ganz zarte Berührungen langsam steigernd in die anrollende Woge des Orgasmus bringt… einen Nahauslöser!

Es gibt auch einen neuen Blogbeitrag: Seht euch mein allererstes TV-Interview an – Thorja im Erklärmodus über Sexarbeit in der Coronazeit. Wie immer bist du voll informiert, wenn du hier regelmäßig reinschaust!

15.04.2020 Asleep At The Wheel

Mit vollem Elan haben wir heute wieder Arbeitsaufgaben für die nächsten Jahrzehnte von der Schule bekommen. Nein, Sudern beiseite, diesmal sieht das alles schon viel strukturierter aus. Tagespläne. Genaue Aufgabenvorgaben pro Zeiteinheit. Stolz darf ich diesen Prozess moderieren… hurra. Heute gab es bei uns 3 Zoom-Meetings: Eine Unterrichtsstunde für ein Kind, die virtuelle Geburtstagsfeier eines Freundes, und ein virtuelles Date für mich. Interessant: Bei der Geburtstagsfeier ist dann das Geburtstagskind die einzige Person, die die Kerzen NICHT ausbläst. Weil ja alle anderen Teilnehmer als „Geschenk“ einen Kuchen mit Kerze in die Kamera halten und diese dann selbst ausblasen müssen. 😀

Sehr schräge Zeiten, in denen wir da leben. Passend dazu auch, dass wir bitteschön jetzt nicht so pingelig sein sollen, wenn dieses oder jenes nicht der Verfassung entspricht. Die Musik in dem Video, das ich beim Fahren aufnahm (siehe unten), war übrigens zufällig „Asleep At The Wheel“ (Untertitel: „I wasn´t meant to feel this way“) von Suicidal Tendencies. Auch irgendwie bezeichnend. Nicht jetzt fürs Fahren, sondern für die ganze Situation. Es ist wie am Steuer eingeschlafen zu sein. Einerseits eine Leichtigkeit, die man vorher nicht kannte. Entbunden vom aktiven Tun und Navigieren. Lass los, lass dich treiben, kannst eh nichts tun, flüstert es verführerisch im Ohr. Andererseits – wo geht es jetzt hin mit mir, mit uns? Ist es die Ruhe vor dem Aufprall? Steuern wir geradewegs auf einen Abgrund zu? Sorry, I wasn´t meant to feel this way.

Um wieder sowas wie Stabilität zu empfinden, hab ich dann heute mal mein neues Handystativ ausprobiert und damit die folgenden Videos aufgenommen. Bis jetzt hab ich das Handy dazu entweder gehalten oder einfach irgendwo angelehnt. 🙂 Aber jetzt – jetzt hab ich BEIDE HÄNDE frei! Auch bei Videocalls natürlich! Auch einige andere Dinge sind bei mir paarweise angelegt. Hier der Beweis:

…ach und weil die Nippelzärtlichkeiten so schön waren, schauen wir uns das gleich noch mal von vorne an…:

Da ich jetzt beide Hände so schön frei hab, dachte ich, ich mache hier bald mal einen Lingam-Massage-Workshop. Ideenmaschine ist angeworfen. 🙂 Böse Zungen behaupten: Lingam-Massage = Wichsen auf hohem Niveau. Ich behaupte: Es ist zärtlichste Berührung, Verlangsamung, ein Flow des Tuns und Spürens, ein Schweben, in dem man(n) Raum und Zeit vergisst. Oder: Das beste Wichsen, das man sich nur vorstellen kann! #staytuned.

14.04.2020 Die Qual der Wahl

Was soll ich denn heute Nacht Hübsches anziehen, für das nächste Video? Ein Lack-Minikleidchen mit Reißverschluss, dazu ein Kettenhöschen? Oder einfach einen Netzbody? Vielleicht auch ganz klassisch eine Korsage mit dem roten Höschen dazu…? Ich hab heute richtig Lust auf ein bisschen gepflegten Selfsex und dabei hab ich eben gerne was Geiles an. 😛

Bitte helft mir bei der Entscheidung! Ganz unten auf dieser Seite gibts hierzu eine Kommentarfunktion, oder ihr schreibt ein Mail oder eine WhatsApp.

12.04.2020 Die verschwundenen Eier

Ostersonntag, warm war es, regelrecht heiß. Heute haben die Kinder und ich einen neuen Weg durch den weitläufigen Wald vor unserer Haustür entdeckt, während mein Mann Gelegenheit hatte, zuhause in Ruhe zu kochen (so geht Gleichberechtigung). Mich hat dabei die Sonne so erwischt, dass meine Schultern aussehen wie sonst im Juli. Im frühsommerlichen Wald, umgeben von austreibenden Bäumen, die von Tag zu Tag grüner werden, inmitten von Spechtgeklopfe und Vogelgezwitscher, umgeben von herzhaften Düften nach Harz und Erde und Gras und Wurzeln – da ist die Welt so, wie sie immer war. Keine Spur des „Ausnahmezustands“.

Wie lange dauert dieser Zustand nun eigentlich schon? Bald ein Monat. Er ist inzwischen normal geworden. Ich glaube, das ist so eine dieser grundmenschlichen Fähigkeiten: Jede noch so surreale Lebensbedingung Alltag werden zu lassen, sich darin einzurichten, so weit es eben geht. Das ist wohl eine überlebensnotwendige Strategie, allen Unbillen zum Trotz. Es ist normal für mich: zuhause zu sein. Unser Haus, unser Garten, die Familie, die Katzen, das ist mein Mikrokosmos, mit Betonung auf Kosmos. Derzeit fasziniert mich das Jagdglück der Katzen. Sie erlegen täglich Mäuse und Vögel. Was brauch ich schon mehr? Tagsüber bin ich mit all meinen menschlichen und tierischen MitbewohnerInnen voll ausgelastet, abends ein, zwei Videocalls. Zwischendurch beantworte ich eintrudelnde Anfragen, verschicke Lichtbilder und Videos, checke mein Konto auf Zahlungseingänge. Die täglich hereinkommenden Anfragen nach echten Dates regen mich auch nicht mehr auf – die beantworte ich mit einer Nachricht, die ich hierzu nur noch aus der Zwischenablage kopiere: „Vielen Dank für deine Nachricht, derzeit sind nur Services möglich, die auf meiner Webseite unter „trotz Corona“ gelistet sind“ + Link zur Webseite. Dann ist eh meist Ruhe. Es läuft ganz gut. Besser, als ich erwartet hatte.

Der Ausnahmezustand hat mich in einer Art vorauseilender Achtsamkeit für mich selbst dazu motiviert, peinlich darauf zu achten, mir Zeitinseln für Bewegung freizuhalten. Während das früher wirklich oft nicht möglich war, achte ich jetzt sehr genau darauf, mich täglich mindestens eine Stunde zu bewegen – entweder mit Walderkundungen oder ich streame Prime auf dem Laufband und spule im Hamsterrad 8-9km ab. Das ist absolute Routine geworden und wird von allen respektiert. „Die Mama ist jetzt auf dem Laufband“ – das genügt, um mir aufschiebbare Begehrlichkeiten vom Hals zu halten.

War das wirklich jemals anders? Hab ich das früher echt nicht geschafft, mir dieses Recht auf Zeit für mich einfach zu nehmen? Kaum noch vorstellbar, jetzt in der neuen Normalität. Und wann hab ich eigentlich zum letzten Mal getankt? Ich kann mir kaum noch vorstellen, dass ich früher fast täglich mindestens 100km gefahren bin. Das muss ja voll anstrengend gewesen sein. Sollte mich dieser Gedanke beunruhigen? Fange ich an, träge zu werden? Umnachtet mich die lähmende Situation? Versinke ich in die Corona-Betäubung?

Auch wenn es so sein sollte, das macht nichts. Ich werde Zeit haben, mich an die neue Normalität zu gewöhnen. Post Corona wird nicht von einem Tag auf den anderen kommen. Post Corona wird schrittweise Einzug halten. Mal dort eine kleine Freiheit mehr, mal da. Zwischendurch werden die, die alles besser wissen, wieder Gelegenheit haben, sich aufzupudeln, je nach ideologischer Provenience den drohenden Weltuntergang angesichts neu gewonnener Freiheiten an die Wand malen, oder eh schon immer gewusst haben, dass die Beschränkung dieser Freiheiten nie etwas gebracht hat und es darum nur überfällig ist, sie wieder zu gewähren. Die Sexarbeit wird eine dieser vieldiskutierten Freiheiten sein.

Frohe Ostern!

11.04.2020: Ein paar Kilometer Freiheit

Heute durfte ich wieder mal ein bisschen unterwegs sein. Wie man diese kleinen Freiheiten doch zu schätzen lernt… während uns beinahe jeder Tag mit neuen Regeln überrascht. Apropos Regeln und Freiheit: Dieses Wochenende muss sich niemand dafür rechtfertigen, so manchen Verwandtschaftsbesuch NICHT zu absolvieren. (Yeah!) Also wir substituieren die Besuche mit einer Videokonferenz – vollkommen unverdächtig. So ein Pech aber auch…

Ach ja, und wer sich an meinen dreckigen Scheiben stört, der ist ganz herzlich eingeladen, sich für einen von mir streng supervidierten Waschdienst zu bewerben. Selbstverständlich gegen gutes Honorar (für mich)! Wir werden zur Durchführung des Waschdienstes bestimmt eine regelkonforme Lösung finden. Laut diesem äußerst aufschlussreichen Presseartikel wäre der geeignete Ort dafür wohl meine private Garage: Die Presse – was die Betretungsverordnung wirklich verbietet und was nicht.

Tja, die Welt verändert sich jetzt. Was sich nicht verändert, das ist der autoritäre Charakter. Und damit meine ich den nach Adorno, Horkheimer et.al. Schadenfrohe Blockwarte drehen sich mit dem Wind und liefern alle ans Messer, von denen sie Verstöße gegen die (täglich neu erfundenen) Regeln wahrnehmen oder sich einbilden. Aber ich versuche, das nur aus den Augenwinkeln wahrzunehmen. Denn wenn ich dem Vernaderungswesen und dessen staatlicher Förderung zu viel Raum gebe, lähmt mich das. Es ganz zu verleugnen, wäre aber auch zu riskant.

Eins der wichtigsten Dinge scheint derzeit also ein Ausbalancieren zu sein – wovon will ich wie viel mitkriegen, ohne dass ich den Blick fürs Wesentliche verliere. Nachdem ich heute später von der kurzen Ausfahrt geistig so richtig schön entspannt war, hab ich zuhause noch ein bisschen gebastelt. Das hat auch was mit Austarieren zu tun. Und lenkt den Fokus aufs Wesentliche: Was machen wir eigentlich mit den Tausenden Masken, die jetzt als Müll anfallen?

07.04.2020 Am ARSCH!

Hab ich schon mal gesagt, dass mir CoV am Arsch geht? Im Video der Beweis!

Was mir auch auffällt: Die Quarantäne führt dazu, dass man sich dauernd selbst sieht. All die haupt- und nebenberuflichen Skype- und Zoom- etc. -Konferenzen bringen es mit sich, dass man ständig sein eigenes Gesicht vor Augen hat! Ich hatte noch nie so viele erzwungene Gelegenheiten, mich mit meinen Make-Up-Fehlern zu konfrontieren, wie in diesen Tagen. Das erfordert eine ganz neuartige gelassene Herangehensweise dem eigenen Aussehen gegenüber. Drum macht bitte weiterhin ganz viele Videocalls mit mir, damit ich auch mal was anderes in die Kamera halten kann! 😉

05.04.2020: Erstes Sonnenbad!

Sonntag, 05. April 2020, herrliches Wetter, Vogelzwitschern, Quarantäne. Was macht man an so einem Tag? Sport…, Spazieren…, alleine natürlich…, und so wie wahrscheinlich 100e andere auch. Als ich das letzte Mal einen Spazierversuch machte, waren viele andere ebenfalls unterwegs. Überall erntete ich böse Blicke, wenn ich es wagte, mal wo stehenzubleiben oder mich gar kurz hinzusetzen. Ich kam mir vor wie auf einem Spießrutenlauf. Es scheinen ganz neue soziale Regeln der Höflichkeit, des sich-gegenseitig-Ausweichens usw. zu entstehen. Eh interessant, aber das wollte ich mir heute nicht antun, ehrlich gesagt.

Und da es heute so warm war, tat ich das, worauf ich mich schon lange gefreut hab: Endlich mal wieder in der Sonne liegen, Licht tanken! Erst musste ich die völlig verstaubte Liege aus den Schuppen holen und putzen. Auf der verlassenen Baustellenwüste, die mal unser Garten war, hab ich dann zwischen Mischmaschine und Scheibtruhe sogar eine halbwegs ebene Fläche gefunden, um die Liege auszubreiten.

Damit ich morgen keine Fotos vom Sonnenbrand posten muss, hab ich mich natürlich schön eingecremt – wie es sich gehört! 🙂 Und nicht vergessen: Heute Abend Midsommar anschauen! Und jetzt gleich im Anschluss am besten meine wohlrecherchierte Analyse Sexarbeit steuert ins Ungewisse im Blog lesen. Damit bist du für heute voll informiert! :p

04.04.2020, Quarantäne Tag Nr. unbekannt (ich zähle nicht mehr)

Ihr Lieben, heute hätte ich eigentlich vorgehabt, euch mit einem neuen Video zu unterhalten. Der Plan war, in vollständiger Dunkelheit langsam sichtbar zu werden, indem ich mich selbst mit bunter Schwarzlichtfarbe einreibe. Nun… das hat dann doch eher nach Kindergeburtstag ausgesehen. Und war obendrein eine riesen Schweinerei. Schweinereien hab ich dann aber lieber auf angenehme Art und Weise, wo man dann weniger putzen muss. 🙂

Darum gibts heute zur Abwechslung von mir wieder mal eine Filmempfehlung. Schaut euch an langen Quarantäneabenden unbedingt an:

Midsommar, 2019, von Ari Aster

Meine Rezension findet ihr hier im Blog.

02.04.2020: Selbst-Kuscheln

Besonders in der Isolation ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, hin und wieder ausgiebig mit sich selbst zu kuscheln! Kuscheln und Streicheln lässt uns unsere Körpergrenzen erfahren, wir fühlen dadurch, wo wir anfangen und wo wir aufhören. Das zentriert uns, fokussiert uns, und ist daher ganz wichtig für unser psychisches Gleichgewicht. Am schönsten ist es natürlich, wenn man hierfür jemanden zur Hand hat, der den Berührungswiderstand spendet. Aber: Diesen kann man sich natürlich auch selbst geben. Wenn ihr alleine zuhause seid, nehmt euch bewusst dafür Zeit, euch selbst zu berühren, zu halten, zu spüren, zu streicheln. Das ist überhaupt nicht peinlich, sondern das fällt unter respektvollen Umgang mit sich selbst. Ich demonstiere es im Video eh ganz genau, wie das geht! 😉

Außerdem: Bis zwar keine Astrotante, aber: Ich habe den zunehmenden Mond und die Venus gesehen. So plastisch, als könnte man die beiden Gestirne mit den Fingern vom Himmel pflücken. So ein Himmelsphänomen ist mir noch nie untergekommen. Das ist doch bestimmt ein gutes Zeichen, oder?

31.03.2020, Quarantäne Tag 16

Heute hab ich mal in alter Musik gekramt und bin dabei auf etwas gestoßen, was ich vor Ewigkeiten gehört hab. Suicidal Tendencies, und von dieser Band vor allem: „Monopoly On Sorrow“. Hoffnungslos, aber doch guter Dinge – eine solche im Grunde unvereinbare Mischung gegensätzlicher Gefühle mag ich sowieso, und das trifft meine heutige Stimmung ziemlich gut:

In a tear there is a message from the heart

Detached from the good, it´s the hope gone astray

I cry so hard sometimes

Too scared to think what will bring tomorrow

Already much more than I can handle today

Und gestern war ich wieder einmal eine etwas längere Strecke mit dem Auto unterwegs. Eine dringende Besorgung war notwendig (und nein, das bedeutet leider nicht, dass ich es jemandem dringend besorgt habe). Es ist unglaublich, wie frei man sich plötzlich fühlt, wenn man nach längerer Zeit etwas so Selbstverständliches tut, was jedoch gerade fast unmöglich ist. Fahren! Freisein! Die leere Autobahn, der Sonnenschein, die Musik, meine dreckige Scheibe… herrlich! Ich habe mir dabei vorgestellt, wie schön es wäre, wäre ich nun zu einem aufregenden Date unterwegs. Ich habe diesen Moment sogar ganz kurz mit der Kamera eingefangen.

Ich glaube, dieses im Grunde lächerliche Video wird für mich eine persönliche Ikone der Coronazeit werden, zeigt es doch die Selbstverständlichkeit dessen, was uns gerade so fehlt: Freiheit. Eines Tages werden auch wir, wie im Video, diesen unsäglichen Schatten hinter uns lassen. Vielleicht sind wir dann auch kurz mal geblendet, doch dann wird unser Lebensweg wieder vor uns liegen, unbeschwert, frei, mit Zielen, die unserer freien Wahl obliegen. Ich kann mich da gar nicht dran sattsehen:

Und dann hab ich mir am Abend etwas auf Prime ausgesucht. Aber den Horrorfilm, den man da im Hintergrund hört, kann ich echt überhaupt nicht empfehlen. Irgendwie verständlich, dass man da ständig auf andere Gedanken kommt… 🙂

30.03.2020: Bildungsfernsehen

Heute tun wir mal was für unsere Bildung. Man kann nicht oft genug betonen, was man mit dem Mund alles für nützliche Sachen machen kann – abgesehen von Sprechen. Aber seht selbst:

28.03.2020: Die zweite Woche Ausgangsbeschränkungen geschafft!

Da gönn ich mir mal ein ordentliches Vollbad zuhause… ganz alleine… wirklich traurig, nicht wahr? Aber wie ihr seht, versuche ich es mir in Anbetracht der Isolation so angenehm wie möglich zu machen. Ein wenig Selfsex im Bad macht die Sache schon erträglicher.

Heute hatte ich übrigens zwei heiße virtuelle Dates. Wir haben dabei einfach per WhatsApp gechattet und dann videotelefoniert. Man ist sich dabei wirklich erstaunlich nah. Für mich eine sehr interessante und erotische Erfahrung. 🙂

26.03.2020: Alles muss man heutzutage selber machen!

Also liebe Leute, so ähnlich könnte das aussehen, wenn wir uns virtuell miteinander vergnügen… natürlich dann in etwas ausführlicherer Variante. Mir macht das gerade sehr viel Spaß – könnte also leicht sein, dass hier in den nächsten Tagen weitere Kurzvideos auftauchen. 😉

Für alle, die das nicht gleich sehen (wie ich): Mit der Maus über das Bild fahren – dann erscheint am unteren Rand des Bildes PLAY! Vollbildmodus empfohlen.

Viel Spaß im Home Office! 😉

9 Kommentare
  1. Thorja von Thardor
    Thorja von Thardor sagte:

    Danke schön! Das freut mich, wenn ich gerade in dieser Zeit ein wenig Freude bereiten kann. 🙂

  2. Stefan
    Stefan sagte:

    Ich würde dir ja zu einem Netzbody raten, weil er fantasiebedingte, erdachte Berührungen simuliert und du bei jeder Bewegung einen zusätzlich Reiz empfinden kannst! Aber ich denke, das dürfte dir eh bekannt sein! 😉

  3. Marcus Valente
    Marcus Valente sagte:

    Also erstens, finde ich Dein Tagebuch echt Klasse! Betreffend Outfit, sollte es etwas sein das für Dich bequem ist, und auch uns als Publikum stimuliert.
    Ein verruchtes Dessous wäre eine interessante Alternative.

  4. Paul
    Paul sagte:

    Ich sehe gerne deine Filme. Trost in schweren Zeiten.
    (Edit TvT: expliziter Inhalt gelöscht) 😉
    LG Paul

  5. Wolfgang
    Wolfgang sagte:

    ROT ist eigentlich gar nicht meine Farbe, außer bei einem Ferrari, doch bei deinem Video können schon mal die Pferde mit einem durchgehen, sehr ansprechendes Video mit und von einer tollen Frau 😍

  6. Stefan
    Stefan sagte:

    Die Wirkung der Farbe Rot kann, wenn richtig eingesetzt (den Beweis tritt dein Video an) definitiv süchtig machen, vor allem, wenn sie von einer so erotischen Frau getragen wird! Genauso aber machen auch deine Bewegungen Lust auf mehr!
    In Kombination mit der Brille wäre es ein wahr gewordener Traum! 😉

  7. Stefan
    Stefan sagte:

    Netzbody und mit Brille! Ein wahr gewordener Traum! Schön das man dich so sehen darf!

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